Die Frage nach Eigenentwicklung oder Standardprodukt wird meistens über den Preis entschieden. Das ist der unzuverlässigste Maßstab, weil die relevanten Kosten erst später sichtbar werden.
Wie eigen ist der Prozess wirklich?
Wenn ein Ablauf im Kern dem entspricht, was tausende andere Unternehmen ebenfalls tun, ist ein Standardprodukt fast immer die bessere Wahl. Eigenentwicklung lohnt sich dort, wo der Prozess ein Unterscheidungsmerkmal ist und sich regelmäßig verändert.
Wer trägt den Betrieb?
Software ist nach der Fertigstellung nicht fertig. Updates, Abhängigkeiten, Sicherheitsmeldungen und veränderte Schnittstellen fallen dauerhaft an. Diese Frage sollte vor der ersten Zeile Code beantwortet sein.
Wie steht es um den Ausstieg?
Ein häufig übersehener Punkt: Wie kommen die Daten wieder heraus? Ein Standardprodukt mit dokumentiertem Export ist wertvoller als eine Eigenentwicklung, deren Datenmodell nur eine Person versteht – und umgekehrt.
Ein pragmatischer Mittelweg
Häufig ist die beste Antwort nicht entweder oder. Ein Standardprodukt für den Kern, ergänzt um eine schlanke eigene Schicht für den Teil, der wirklich individuell ist, verbindet Verlässlichkeit mit Passgenauigkeit.
Fazit
Entscheiden Sie nicht über die Lizenzkosten, sondern über Eigenheit, Betriebsverantwortung und Ausstiegsfähigkeit. Diese drei Fragen sagen mehr über die Gesamtkosten aus als jedes Angebot.

